
Island of Hope (IoH) ist eine gemeinnützige Organisation, die Kinder, Jugendliche und Familien in der Autonomen Region Kurdistan im Irak sowie in Sinjar psychosozial unterstützt. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen junge Menschen, die durch Krieg, Flucht und anhaltende Unsicherheit belastet sind.
Island of Hope arbeitet mit Kindern in Flüchtlingscamps und belasteten Gemeinden in der Autonomen Region Kurdistan sowie in Sinjar. Aktuell sind wir unter anderem im Flüchtlingscamp Berseve I, im Camp Chamishku und in Sinjar aktiv.
In diesen Regionen betreiben wir sogenannte Child Friendly Spaces, geschützte Orte, an denen Kinder im Vorschul- und Grundschulalter regelmäßig altersgerechte Angebote erhalten. Die Aktivitäten finden mehrmals pro Woche statt und folgen klaren, wiederkehrenden Strukturen.
Die Kinder werden jeweils für einen Zeitraum von vier Monaten angemeldet. Feste Abläufe, konstante Bezugspersonen und ein geschützter Rahmen geben ihnen Orientierung und Sicherheit. Rituale wie gemeinsame Anfangs- und Abschlusskreise, Phasen des freien Spiels, kreative und künstlerische Aktivitäten, Geschichtenzeiten sowie eine gesunde Mahlzeit schaffen Verlässlichkeit im Alltag.
Diese Struktur unterstützt Kinder dabei, belastende Erfahrungen zu verarbeiten und stärkt ihre innere Widerstandskraft. Gerade in Camps und Regionen, in denen viele Familien weiterhin unter schwierigen Bedingungen leben, sind stabile und sichere Räume von zentraler Bedeutung.
Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist die Einbindung der Eltern. In regelmäßigen Elterntreffen informieren unsere Mitarbeitenden über kindliche Entwicklung und vermitteln grundlegende Kenntnisse aus der Traumapädagogik. So entsteht ein besseres Verständnis für traumabedingtes Verhalten und für die Bedürfnisse der Kinder im Alltag.
Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner der Camps sind jesidische Binnenvertriebene, die 2014 vor der Gewalt des sogenannten IS aus der Region Sindschar fliehen mussten. Viele Familien leben bis heute unter sehr einfachen Bedingungen, mit eingeschränktem Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und hygienischer Infrastruktur. Eine Rückkehr in ihre Herkunftsregionen ist aufgrund anhaltender Konflikte, politischer Spannungen und fehlender Ressourcen bislang kaum möglich.
Neben der direkten Arbeit mit Kindern bietet Island of Hope regelmäßig Seminare und Workshops zu Traumapädagogik und psychosozialer Arbeit an. Diese richten sich unter anderem an Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Studierende der Universität Zakho und der Universität Duhok sowie an Mitarbeitende staatlicher Einrichtungen.
Die Fortbildungen dauern ein bis drei Tage und vermitteln Grundlagen der Traumawissenschaft sowie zentrale Prinzipien der Traumapädagogik. Dazu gehören unter anderem das Konzept des sicheren Ortes und die Stärkung gesunder innerer Anteile. Die Veranstaltungen werden sehr gut angenommen, und erste Methoden finden bereits Anwendung in den Einrichtungen der Teilnehmenden.
Ein besonderer Arbeitsbereich entstand im Jugendgefängnis in Duhok. Dort werden projektbezogen Angebote durchgeführt, die durch strukturierte Abläufe, kreative Tätigkeiten und ausgewogene Bewegungsphasen zur psychosozialen Stabilisierung beitragen. Eine langfristige Zusammenarbeit wird derzeit geprüft.
Kinder und Jugendliche in der Region sind häufig von mehrfachen und generationenübergreifenden Traumatisierungen betroffen. Krieg, Flucht und anhaltende politische Unsicherheit prägen ihren Alltag. Unsere Arbeit ermöglicht ihnen, sich in einem geschützten Raum frei zu entfalten, zu spielen und neue Erfahrungen von Sicherheit, Beziehung und Selbstwirksamkeit zu machen.
Gleichzeitig stößt individuelle Entwicklung durch wirtschaftliche Lage, kulturelle Faktoren und ein stark leistungs- und sanktionsorientiertes Bildungssystem oft an Grenzen. Mit unseren Fortbildungen möchten wir Impulse für ein ganzheitliches Bildungsverständnis setzen, das Denken, Fühlen und Handeln gleichermaßen berücksichtigt.
Island of Hope entstand aus jahrelanger notfall- und traumapädagogischer Arbeit internationaler Fachkräfte in der Region Kurdistan. Nach dem Völkermord an den Jesidinnen und Jesiden begleiteten pädagogische Teams geflüchtete Kinder in Camps, um ihnen Stabilität und Schutz zu geben.
Aus dieser Arbeit entwickelte sich eine dauerhafte Präsenz mit lokalen Mitarbeitenden, von denen viele selbst ehemalige Campbewohnerinnen und -bewohner sind. Nach dem Rückzug internationaler Strukturen führten lokale Fachkräfte die Arbeit weiter und gründeten Island of Hope als eigenständige Organisation.
Die Arbeit von Island of Hope wurde und wird unter anderem unterstützt durch
Terre des Hommes Deutschland e.V.,
Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.,
die Werner Stiftung,
die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg
sowie durch Spenden im Rahmen von Aktion Deutschland Hilft.
Ein Teil der Förderungen floss gezielt in den Aufbau nachhaltiger Organisationsstrukturen, darunter Arbeitsleitfäden, Finanz- und Personalmanagement sowie Sicherheits- und Beschaffungsrichtlinien. Zukünftig ist die Arbeit auf Mischfinanzierungen und freie Spenden angewiesen. Der Aufbau eines internationalen Unterstützerkreises befindet sich derzeit noch im Entstehen.
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